Der weg zum Grinder

Wie sind die ersten Bücher entstanden

Der Grinder

7/19/20265 min read

Vom Krankenbett zu Color Grinder: Wie meine ersten beiden Bücher entstanden

Manchmal beginnt eine neue Idee nicht an einem perfekt aufgeräumten Schreibtisch, sondern krank im Bett – mit zu viel Zeit, YouTube und dem Gedanken: Das müsste ich doch auch hinbekommen.

Genau so fing Color Grinder für mich an.

Während ich krank im Bett lag, stieß ich auf ein Video darüber, wie man mithilfe künstlicher Intelligenz Malbücher erstellen kann. Im Video wirkte das alles erstaunlich einfach: Idee entwickeln, Bilder generieren, Seiten gestalten und das fertige Buch veröffentlichen.

Also dachte ich mir: Warum eigentlich nicht?

Dass zwischen dieser ersten Idee und einem fertigen Malbuch deutlich mehr Arbeit liegen würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Aber genau dieser Gedanke war der Anfang von allem.

Die erste Idee: Rock- und Metalgeschichte als Malbuch

Ich wollte kein beliebiges Malbuch erstellen. Das Thema sollte zu mir passen und gleichzeitig etwas bieten, das man nicht an jeder Ecke findet.

Meine erste Idee waren prägende Figuren aus der Rock- und Metalgeschichte. Musikerinnen und Musiker, die den Sound, den Stil und die Entwicklung dieser Musik über Jahrzehnte beeinflusst haben.

Bevor überhaupt das erste Bild entstehen konnte, begann deshalb die Recherche. Ich beschäftigte mich damit, welche Persönlichkeiten die vergangenen 50 Jahre besonders geprägt hatten und wie sich die verschiedenen Jahrzehnte visuell voneinander unterscheiden.

Dabei wurde schnell klar: Eine gute Idee allein reicht nicht aus. Die Bilder mussten zusammenpassen, einen einheitlichen Stil besitzen und trotzdem unterschiedliche Epochen und Charaktere vermitteln.

Aus Ideen wurden Prompts – und aus Prompts Bilder

Gemeinsam mit ChatGPT entwickelte ich zunächst einen passenden Illustrationsstil. Danach entstanden Schritt für Schritt die Beschreibungen und Prompts für die einzelnen Motive.

Das war deutlich mehr Arbeit, als einfach ein paar Begriffe in ein Textfeld zu schreiben.

Die Formulierungen mussten immer wieder angepasst werden. Manche Ergebnisse passten sofort erstaunlich gut. Andere sahen zwar interessant aus, hatten mit meiner ursprünglichen Vorstellung aber nur noch entfernt etwas zu tun.

Also hieß es: prüfen, verändern, neu generieren und weiter verbessern.

Mit jedem Versuch verstand ich besser, welche Angaben wichtig sind. Bildaufbau, Perspektive, Kleidung, Gesichtsausdruck, Linienführung und Detailgrad mussten möglichst genau beschrieben werden. So entwickelte sich langsam ein Workflow, mit dem die Ergebnisse einheitlicher und brauchbarer wurden.

Anschließend kam Canva ins Spiel. Dort setzte ich die einzelnen Seiten zusammen, kümmerte mich um das Layout und bereitete das Buch für die Veröffentlichung vor.

Nach vielen Versuchen, Korrekturen und einigen Momenten, in denen ich vermutlich besser einfach eine Pause gemacht hätte, war es schließlich so weit:

Mein erstes Malbuch war fertig.

Wenige Tage später kam die nächste Idee

Nach der Fertigstellung hätte ich mich eigentlich erst einmal zurücklehnen können.

Hat natürlich nicht lange funktioniert.

Schon wenige Tage später stellte ich mir die Frage, was als Nächstes entstehen könnte. Dieses Mal wollte ich nicht nur einzelne Motive gestalten. Ich wollte eine richtige Geschichte erzählen.

Dabei entstand die Idee zu einem Einhorn, das so gar nicht dem typischen Bild entspricht, das man aus vielen Kinderbüchern kennt.

Nicht makellos. Nicht immer fröhlich. Nicht elegant durch Glitzerwolken schwebend.

So wurde Kalle Knickhorn geboren.

Kalle ist chaotisch, etwas schief geraten und besitzt ein abgebrochenes Horn. Er ist tollpatschig, manchmal überfordert und wahrscheinlich nicht die erste Wahl, wenn man jemanden für eine wichtige Mission sucht.

Genau deshalb ist er interessant.

Warum Kalle eine Gegenspielerin brauchte

Kalle allein war allerdings noch keine tragfähige Grundlage für eine längere Geschichte. Eine Figur kann noch so ungewöhnlich sein – ohne Reibung, Kontraste und Beziehungen bleiben die Möglichkeiten begrenzt.

Deshalb entwickelte ich Felicitas Funkelstern.

Felicitas ist das vollständige Gegenteil von Kalle. Sie ist organisiert, gepflegt, selbstbewusst und hat gerne einen Plan. Während Kalle vermutlich bereits über die Wegbeschreibung stolpert, hat Felicitas wahrscheinlich eine Ersatzkarte, Verpflegung und einen sauber sortierten Reiseplan dabei.

Durch diesen Gegensatz wurden beide Figuren sofort lebendiger.

Kalle kann sich durch Felicitas weiterentwickeln. Gleichzeitig wird auch Felicitas durch Kalles unberechenbare Art aus ihrer gewohnten Ordnung gerissen. Daraus entstehen Konflikte, humorvolle Situationen und viele Möglichkeiten für die Handlung.

Die beiden funktionieren nicht trotz ihrer Unterschiede so gut miteinander, sondern gerade deshalb.

Die Entstehung des Glitzertals

Mit Kalle und Felicitas entstand nach und nach auch die Welt, in der ihre Geschichten spielen: das Glitzertal.

Es blieb nicht bei einzelnen Schauplätzen. Es entstanden Orte, Nebenfiguren, Regeln und erste Ideen für zukünftige Abenteuer. Dadurch wurde aus einem einzelnen Buch eine Welt, die noch viel Raum für weitere Geschichten bietet.

Auch bei diesem Projekt unterstützten mich ChatGPT und Canva. ChatGPT half mir dabei, Figuren auszuarbeiten, Handlungsabläufe zu strukturieren und Texte weiterzuentwickeln. Canva nutzte ich erneut für das Layout und die Zusammenstellung des fertigen Buches.

Trotzdem entstand das Buch nicht automatisch. Viele Entscheidungen musste ich selbst treffen. Welche Szene funktioniert? Passt die Reaktion einer Figur? Ist der Stil einheitlich? Ist eine Seite verständlich? Und fühlt sich die Geschichte wirklich wie Glitzertal an?

KI war dabei ein wertvolles Hilfsmittel. Die kreative Richtung und die endgültige Auswahl blieben jedoch meine Aufgabe.

Inzwischen ist auch dieses Buch fertig.

Jetzt muss Color Grinder sichtbar werden

Ein Buch fertigzustellen ist allerdings nur ein Teil der Arbeit. Danach beginnt die nächste Herausforderung: Menschen müssen überhaupt erfahren, dass es dieses Buch gibt.

Aktuell versuche ich deshalb, Color Grinder über Facebook und Instagram bekannter zu machen. Ich erstelle Beiträge, Bilder und Werbemotive, stelle die Bücher vor und versuche herauszufinden, welche Inhalte bei den Menschen ankommen.

Das ist erneut ein Lernprozess.

Ein gutes Produkt verkauft sich nicht automatisch, nur weil es existiert. Sichtbarkeit muss aufgebaut werden. Man muss regelmäßig Inhalte veröffentlichen, unterschiedliche Ideen testen und akzeptieren, dass nicht jeder Beitrag sofort eine große Reichweite erzielt.

Trotzdem lohnt es sich, dranzubleiben.

Das wertvollste Feedback kommt nicht aus einer Statistik

Besonders motivierend sind für mich die Reaktionen von Menschen, die die Bücher tatsächlich in den Händen halten.

Auf einem Familienfest schenkte ich einem Elternpaar zwei meiner Bücher. Der Vater fand das Metalheads-Malbuch richtig stark. Die Mutter war dagegen sofort vom Glitzertal und seinen Figuren begeistert.

Auch der Junge, der dabei war, mochte das Metalheads-Buch sehr.

Genau solche Momente bedeuten mir mehr als irgendeine Zahl in einer Statistik.

Sie zeigen mir, dass unterschiedliche Menschen etwas in meinen Büchern entdecken können. Der eine freut sich über Rock und Metal, die andere über eine fantasievolle Geschichte mit ungewöhnlichen Einhörnern – und Kinder können mit den Bildern und Figuren ihren eigenen Spaß haben.

Dieses direkte und ehrliche Feedback gibt mir Bestätigung. Es motiviert mich, weiterzumachen, neue Dinge auszuprobieren und Color Grinder Stück für Stück weiterzuentwickeln.

Und ja: Solche Reaktionen erfüllen mich auch mit einer gewissen Wärme. Schließlich steckt in jedem Buch viel Zeit, Arbeit und ein Teil meiner eigenen Ideenwelt.

Das war erst der Anfang

Aus einem YouTube-Video während einer Krankheit entstanden innerhalb kurzer Zeit zwei sehr unterschiedliche Bücher.

Das erste verbindet meine Begeisterung für Rock und Metal mit einem Malbuchkonzept. Das zweite erzählt eine Geschichte über zwei Einhörner, die kaum unterschiedlicher sein könnten, und öffnet gleichzeitig die Tür zu einer ganzen neuen Welt.

Heute versuche ich, Color Grinder nach außen zu tragen, neue Leserinnen und Leser zu erreichen und aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen.

Es wird weitere Geschichten geben.

Das ist sicher.

Denn Kalle, Felicitas und das Glitzertal haben noch längst nicht alles erlebt. Und auch Color Grinder steht gerade erst am Anfang.